Wie ein Unternehmen ein halbes Jahrhundert nicht nur übersteht, sondern auch wächst und sich auf die Zukunft vorbereitet, darüber hat sich die Steuerberater-Kanzlei Senger & Kollegen Gedanken gemacht. Anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens hatte das Ennigerloher Unternehmen zu einem Jubiläumssymposium geladen. Die Steuerberater-Sozietät war 1960 vom Ennigerloher Finanzbeamten und Steuerfahnder Bernhard Kemper im Hinterhaus einer Apotheke gegründet worden. Heute hat die Steuer- und Unternehmensberatungs-Sozietät drei Partner und insgesamt 19 Mitarbeiter.

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v.l.n.r.: Prof. Dr. Olaf Arlinghaus, Rudolf Senger, Christiane Burholz, Christoph Nolte

Im Warendorfer Hotel “Im Engel” haben zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft im Münsterland mit Senior-Partner Rudolf Senger und sämtlichen Kollegen gefeiert. Senger hatte die Veranstaltung gemeinsam mit seinen Partnern Christiane Burholz und Christoph Nolte eröffnet. Gemeinsam beleuchteten sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Kanzlei. Burholz und Nolte repräsentieren deren Zukunft: schon vor Jahren hatte Rudolf Senger mit ihnen die Unternehmensnachfolge sichergestellt. So war es an ihm, an alte Weggefährten wie die Kanzlei-Urgesteine Bernhard Kemper und  Heiner Böckenholt zu erinnern. Der Ballonfahrer Bernhard Kemper habe das Motto der Kanzlei geprägt: “Wir öffnen Horizonte!” Weitblick und eine gewisse Innovationsfreude sei dem Unternehmen heute noch eigen, darauf wies auch Christoph Nolte hin. Schneller Datentransfer “just-in-time” sei für viele seiner Mandanten, die schon ihre gesamte Buchhaltung online über die Kanzlei laufen lassen, mehr als wichtig. Hier sei man für die Zukunft bestens gerüstet. Die Leistungsfähigkeit der Kanzlei stehe und falle mit der Leistungsbereitschaft ihrer Mitarbeiter, betont Christiane Burholz. Insofern, da ist sie sicher, sei das Unternehmen bestens aufgestellt. “Ich freue mich auf die Zukunft!”, betonte Burholz, und wurde dafür von ihren Mitarbeitern begeistert gefeiert.

Höhepunkt des Abends war ein Vortrag, der sich mit den existentiellen Fragen von Unternehmern auseinandersetzen sollte: “Wie schafft man es, dass das eigene Unternehmen über 50 Jahre alt wird? Wie kann es Stressfaktoren wie Wirtschaftsflauten, Ölkrisen, politische Paradigmenwechsel und Weltfinanzkrisen überleben? Wie kann es nachhaltig wachsen? Was braucht man dafür mehr: Ethik oder Ellenbogen?”

Dazu hatten Senger & Kollegen einen prominenten Gastreferenten eingeladen: Prof. Dr. Olaf Arlinghaus hat bei global operierenden Konzernen gewirkt, bevor er seine Professur für Internationales Management an der Fachhochschule Münster angetreten hat. Der weitgereiste Wirtschaftswissenschaftler scheute in seinem Impulsreferat weder drastische Äußerungen noch kleine Experimente. Um zu erklären, dass ein Arbeitgeber moralisches Handeln nicht nur anordnen, sondern auch vorleben muss, stieg Arlinghaus kurzerhand auf einen Stuhl und befahl den Gästen, die Arme senkrecht in die Luft zu strecken. Als er selbst aber nicht mittat, hob auch das Publikum die Arme eher zaghaft. “Da sehen Sie mal, wie sich ihre Mitarbeiter an Ihnen orientieren! Wenn Sie sich nicht anstrengen, strengen sich Ihre Leute auch nicht an. Sie müssen schon selbst mit guten Beispiel vorangehen!” Arlinghaus provozierte und brachte die Gäste zum schmunzeln, nur um ihnen mit der nächsten Bemerkung wieder den Spiegel vorzuhalten.

Zu einer anschließenden Podiumsdiskussion war auch Klemens Kalverkamp geladen. Der Geschäftsführer des Landmaschinen-Weltmarktführers GRIMME aus Damme vertritt die Idee einer partnerschaftlichen, bodenständigen Unternehmensführung. Der gebürtige Sendenhorster nennt das: “German Management” und ist sicher, dass die westfälische Mentalität durchaus zum langfristigen Erfolg des Mittelstandes beiträgt. Für seine temperamentvollen Ausführungen zum Wert des Einzelnen in einem Unternehmen und zur Bedeutung von Gleichbehandlung und Aufmerksamkeit gegenüber den Mitarbeitern bekam er begeisterten Beifall von den über 160 Gästen.

Zeitungsartikel in “Die Glocke” vom 12.04.2011:

Die Glocke – Ennigerloh vom 12.04.2011