In einem feierlichen Festakt auf Haus Nottbeck ist das Steuerbüro Senger & Kollegen aus Ennigerloh für sein Engagement für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgezeichnet worden. Arbeitsminister Karl-Josef Laumann persönlich bedankte sich bei Mitgesellschafterin Christiane Burholz. Applaus gab es von zahlreichen Unternehmerinnen und Unternehmern aus dem gesamten Kreis Warendorf – sie alle setzen sich individuell für neue Arbeitszeit– und Beschäftigungsmodelle ein.

Verleihung des Familienpreises

Bei der Preisverleihung (v. l.): Minister Karl-Josef Laumann, Marion Broks (Göcking Konstruktion GmbH), Thomas Kranz (Kranz-Ingenieurbüro, Sonderpreis), Christiane Burholz (Senger & Kollegen), Hans Stumpe (Tischlerei Röwekamp & Stumpe) und Landrat Dr. Olaf Gericke. Fotos: (Kopmann) © Westfälische Nachrichten – Alle Rechte vorbehalten 2010

Familienfreundlichkeit im Personalmanagement wird immer wichtiger – als Standortfaktor und als Vorteil im Wettbewerb der Regionen um die besten Fachkräfte. Gut ausgebildetes Personal wird in den kommenden zwei bis drei Jahren immer schwerer zu bekommen sein. Umso wichtiger ist es für ein Unternehmen, die eigenen, gut und teuer ausgebildeten Leute bei der Stange zu halten. Dabei wird auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr und mehr zum Argument. Das hat NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann erkannt und das “Netzwerk Familie Arbeit Mittelstand” kurz “FAMM” gegründet. Dieses Netzwerk hat gemeinsam mit allen gesellschaftlichen Kräften im Münsterland Kriterien entwickelt, nach denen familienfreundliche Unternehmen bewertet und zertifiziert werden können.

Und Senger & Kollegen war den Verantwortlichen aufgefallen – kein Wunder, angesichts der vielfältigen Initiativen zugunsten der Mitarbeiterinnen.

Denn in der Tat ist Senger ein Unternehmen, das wie viele andere in dieser Branche überwiegend weibliche Mitarbeiter beschäftigt. Und das bringt ganz spezifische Herausforderungen mit sich: Die Elternzeit und die damit verbundene Gefahr für die beurlaubten Frauen, den Anschluss ans Berufsleben zu verlieren. Oder die Aufmerksamkeit, die kleine Kinder einfordern, auch wenn die Mutter wieder in den Beruf eingestiegen ist. Die Geschäftsführung von Senger & Kollegen hat „Familienfreundlichkeit“ zum wesentlichen Teil der Unternehmenskultur gemacht. Mütter werden während der Elternzeit stets mit in das Unternehmen mit einbezogen, sei es im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen, mit Info-Mails  oder bei Firmen-Events. Man hält bewusst den Kontakt, und ermöglicht den Wiedereintritt ins Berufsleben zu jeder gewünschten Zeit – und zu jedem gewünschten Arbeitszeitmodell.

Die Flexibilisierung der Arbeitszeit ist ohnehin eines der Hauptkriterien für Familienfreundlichkeit im Beruf: Senger & Kollegen wurde von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Warendorf auch dafür ausgezeichnet, dass man den familiären Belangen der Mitarbeiterinnen Rechnung trägt, indem man Gleitzeit, Teilzeit, Zeitkonten und Telearbeit für jeden Mitarbeiter ermöglicht.

Ein großer Aufwand für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern, aber ein Aufwand mit messbar positivem Effekt!

Die Fluktuation bei Senger ist deutlich geringer als bei vergleichbaren Unternehmen, während die Arbeitszufriedenheit und die Einsatzbereitschaft gerade in Zeiten von hohem Arbeitspensum überdurchschnittlich hoch sind. Und damit die Mütter auch arbeiten können, wenn sie ihre Kleinkinder betreuen müssen, hat man sich bei Senger kurzerhand mit anderen Unternehmen in Ennigerloh zusammengetan und eine eigene Kindertagesstätte eingerichtet, mit fünf U-3-Plätzen für die initiierenden Unternehmen und weiteren fünf Plätzen für die Kinder  aus der Umgebung.

fam_Netzwerk_allgemeinEigeninitiative, die ausgezeichnet ist – mit einer Urkunde aus der Hand des Arbeitsministers und in Zukunft sicher auch mit dem „FAMM-Gütesiegel Familienfreundlicher Mittelstand“.

Zeitungsartikel als Download:

Die Glocke_24_04-2010

Westfälische Nachrichten_29-03-2010

Video der Veranstaltung:

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